Open Source Festival 2016

Open Source Festival 2016 – ein subjektiver Rückblick

Wooohoooo! So lautet die erste, sehr kurze Zusammenfassung des #osfx, dem Open Source Festival auf der Galopprennbahn in Grafenberg, Düsseldorf.

Erst Mal ankommen und gemütlich eingrooven

Der Ort könnte kaum szenischer sein. Eine Teerstraße schlängelt sich den Berg hoch, gesäumt von Baumen und Sträuchern. Ein freundlicher junger Kerl mit einer deutlich gelben Warnweste winkt uns zu, als wir ihn fragend aus dem Auto anschauen. Klar, hier könnt ihr parken, kein Ding. Vier Euro kostet euch das. Ich hatte mit mindestens 10 gerechnet. Geil. Wir parken im Grunde vor dem Eingang. Ich bin aufgeregt. Dieses Jahr ist das Line-up fein wie immer, nur mit dem Unterschied, das ich mehr als einen Künstler aus dem Line-up kenne. Das Wetter könnte kaum herrlicher sein. Warm, sonnig, nicht zu heiß. Das muss dieses Sagenumwobene perfekte Festivalwetter sein. Wir gehen rein. Die Kontrolle ist unaufgeregt und freundlich. Es dauert 3 Minuten und wir stehen auf dem Kiesplatz auf dem Gelände der Galopprennbahn Grafenberg. Links Foodtrucks, rechts auch, dazu gesellen sich noch Bierwagen, die Carhartt WIP Stage und die Open Squares. Wir gehen weiter.

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Hallo Mainstage

Hallo Menschen! Hallo Open Squares!

Es dauert ca. eine Minute bis wir die ersten Bekannten und Freunde treffen. Es ist früher Nachmittag. Das Gelände füllt sich. Alles ist entspannt. Die Sonne scheint und wir drehen ne Runde, schlendern durch die Open Squares und sehen viele lustige Dinge. Am Stand vom Filmfestival Düsseldorf drehen wir eine vollkommen absurde, kurze Sequenz für ein Projekt des Vereins, am Stand von Kiosk.to bekommen wir Tinderriegel und Kristall Meth (zerbrochene Kristall Stücke in der Tüte) und bei der SSC Group kann man Tickets für’s New Fall Festival gewinnen. Guter Einstieg ins OSF.

Es ist 15 Uhr, wir brauchen Kaffee. Woyton versorgt uns. Wir schlendern weiter, mehr Menschen kommen. Die Vibes sind gut und wir stehen an der Hauptbühne. Da spielt gerade der erste Act, Bergfilm, gerade die letzten Töne. Verpasst. Blöd. In 30 Minuten gehen Oiro auf die Bühne. Musik ist sowieso immer da.

Wir setzen uns auf die Wiese vor der Hauptbühne und schaffen erstmal ne ordentliche Grundlage für den Nachmittag, mit einem köstlichen Happen von Buns and Sons aus Köln. Es gab natürlich auch Burger, die Futterflotte war da und noch einige andere Foodtrucks. Die Auswahl war herrlich. Die Zeit plätschert dahin, wir treffen noch mehr Freunde und noch viel mehr Bekannte. Uns begegnen Kindern, deren Eltern ihnen die Telefonnummer auf den Arm geschrieben haben, auf den Ohren tragen sie zuckerbunte Ohrenschützer.

Hallo Main Stage

Wir umarmen uns den Weg zur Tribüne. Gleich spielen Schnipo Schranke. Eine sehr spezielle Band. Du magst sie entweder sofort oder nie. Die Selbstbeschreibung der beiden Hamburgerinnen lautet: „Ne Kurze und ne Kranke.“ In einem Interview, dass sie Alexandra Wehrmann für ihr Blog gegeben haben, antworten sie auf die Frage, wie sie sich die Zeit Backstage vertreiben würden: „Kiffen, Instagram und Facebook.“ Ein durchaus annehmbarer Dreiklang. Ich mag die Songs dieser beiden, die Texte sind zwar überaus vulgär, aber auch lustig, scharfzüngig mit überraschenden Wendungen. Männer kommen in den Texten meistens nicht so gut weg. Auf den Auftritt der beiden hab ich mich gefreut. Leider war der Sound eher so mittel. Die Texte sind zum Teil untergegangen. Wenn alles was du hörst, das Wort Pisse ist, verliert der Song leider. Vielleicht hätte ich mich einfach vor die Bühne stellen sollen. Aber ich brauchte Schatten. Wir hatten das Sonnenschutzmittel (LSF 50) zuhause vergessen und wie wir alle wissen, haben rothaarige, hellhäutige Menschen die  Sonnenverweildauer eines Vampirs (wir gingen aus dem Haus, ich fragte den Mann: „Hast du die Sonnencreme eingesteckt?- Ja!!“. Als ich dann beim Festival danach fragte, sagte er: „Nee, ich dachte du hast die!“ Klassische Paarkommunikation).

LOVE – Get Well Soon

Mittlerweile hatten wir es uns auf der Tribüne gemütlich gemacht. Schatten, mein lieber Freund, machte sie nämlich dort breit. Es sollte unter Hauptquartier für den Rest des Tages bleiben. Die Gang hatte sich mittlerweile vergrößert. Das Wasser floss in Strömen, das Bier auch. An dieser Stelle sei mir eine einzige Kritik an dem Festival gegönnt: 3€ für ein Stilles Wasser, das nach ausgewaschenen Socken schmeckt, ist leider nur halbgeil. Kein Grund allerdings, sich aufzuregen. War auch gar keine Zeit für da. Get Well Soon standen auf der Main Stage. Die Musik von Konstantin Gropper sind mag ich sehr. Guter Gig!

Zu meiner Schande gestehe ich: von den anderen Bühnen habe ich dieses Jahr nicht viel mitbekommen, außer dem großartigen Auftritt von Oddisee. Der ist eindeutig in meiner Top 3. Stabil Elite habe ich übrigens auch verpasst. Ich bin auf eure Geschichten von den anderen Bühnen sehr gespannt. Teilt sie gerne mit uns, wenn ich dort gewesen seid!  Angela kam am frühen Abend zu mir und berichtete von einer Band, die sie auf der Young talents Stage gesehen hat. Blackberries. Die neuen Doors. Ich hab eben mal reingehört. Solltet ihr auch tun! Ich hatte leider keine Zeit. Ich musste nämlich hart tanzen. Im Pit. Bei Bilderbuch.

Küss die Hand, gestatten, Bilderbuch

Ach Bilderbuch. Solltet ihr diese Band nicht kennen: das ist schade. Solltet ihr den Auftritt verpasst haben, ist das noch wahnsinnig viel mehr schade. Diese Kerle sind der Hit. Ich hab nen Schick Schock. Zurecht. Die Lässigkeit dieser feinen Herren aus Österreich, die man mit Arroganz verwechseln könnte, ist beeindruckend. Sie beherrschen ihre Instrumente, der Gitarrist macht den Eindruck eines jungen Keith Richards. Live sind sie noch besser als auf „Platte“. Eine Stunde dauerte ihr Auftritt. Es hätten von mir aus auch zwei oder drei sein können. Die Musik erinnert an eine Melange aus Schmacht-Songs der späten 80er und frühen 90er, Rock, Elektro, Falco wäre stolz. Ich hingegen hab heute Nackenschmerzen vom Headbangen. Man wird nicht jünger. Wie meine Freundin sagte: die Musik ist so körperlich. Da kannst du einfach nicht stillstehen. Und sie hat recht. Für mich war der Auftrit von Bilderbuch das Highlight des Open Source. Ich konnte keine Sekunde stillstehen. Ordentlich. Sie sind cocky, sie sind lässig und sie sind charmant. Und die Videos. Groß! Schaut auch Plansch an und Maschin und dann am besten auch alle anderen! Hey Bilderbuch, (für den vollkommen unwahrscheinlichen Fall, dass ihr das hier lesen solltet) das war ganz schön schick. Herzlichen Dank.  

Hot Chip! London meets Karibik meets Elektro meets Crazyness

Nach einer kleinen (30 Minuten) Verschnaufpause soll’s weiter gehen mit dem Headliner. Hot Chip aus London. 7 Menschen rocken die Bühne, es geht gut los. Ich kannte von Hot Chip vorher nur ein paar Songs, die waren ganz gut. Lange sitzen bleiben konnte man jedenfalls nicht bei den Beats, aber in die Menge musste ich dann doch nicht. Es war nämlich ganz schön voll. Ich war ziemlich happy, dass wir unser Basecamp auf der Tribüne den Tag über behalten haben. Der Plan war gut. So konnten Angela und ich in Ruhe tanzen. Pünktlich um 23.30 Uhr verklingen die letzten Töne des letzten Acts und die Menge macht sich langsam auf um in die Nacht auszuschwärmen. 6.500 ganz entspannt Menschen machen sich auf zur After-Show-Party, zum Essen in die Altstadt oder ins (vermutlich) heimische Bett.

After-Show-Party

Im letzten Jahr fand die offizielle Open Source Festival After-Show-Party in der Kunstakademie statt. Das war ne wilde Sause. Die Party in diesem Jahr stieg im NRW Forum. Die Jungs von Haut&Knochen in Kollaboration mit Biegen&Brechen haben mal wieder einen prima Job gemacht. Im unteren Teil des Museums gab es gut was auf die Ohren von Max Graef (Box aus Holz / TARTELET RECORDS), Rory Bowens (The Slip / NTS Radio), Rasputin (͏Aiwo rec. / ͏c͏a͏n͏d͏o͏m͏b͏lé), Cellar (Haut & Knochen) und Konstantin (Haut & Knochen). Ich fand’s oben, im ersten Stock auf dem B&B Floor, etwas besser. Hier gab’s Beats von Taimles & Fede (INFINIT Mob), KARMABOY (BIEGEN UND BRECHEN), Doogie P (BIEGEN UND BRECHEN). 

Good Night

Gegen drei war für mich die Party vorbei. Nach dem ganzen Tag auf der Rennbahn, war ich alle. Der Tag war super schön, die Nacht war herrlich mild und der Samstag nahm mit einer Linsensuppe bei Saray ein perfektes Ende. Solltet ihr in diesem Jahr nicht beim Open Source Festival gewesen sein, war das nicht so schlau von euch. Ich hoffe, ihr kommt alles mit im nächsten Jahr!

Herzlichsten Dank, liebe Open Source, du warst wunderbar.

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