LISTE 2016 – Highlights

Henning Strassburger, Superet Light, LISTE 2016, fancyandpants highlights

Vergangene Woche ging es für mich zum sechsten Mal in die Schweiz zur ArtBasel. An drei vollbepackten Tagen habe ich versucht, möglichst viel Inspiration und Wissen mitzunehmen. Vorab genau durchgeplant, ging es am Freitag zur LISTE, am Samstag zur ArtBasel Unlimited und am letzten Tag in die Messehallen, wo die Galerien ihre besten Werke zeigen und verkaufen.
In Teil 1 meines Basel-Berichts zeige ich euch meine persönlichen Highlights der LISTE.

Die LISTE ist im Vergleich zur ArtBasel eine wesentlich kleinere Messe. Dennoch ist Sie unumgänglich für jeden Kunstliebhaber, Sammlern, Kurator, usw. 74 Galerien aus 34 Ländern waren dieses Jahr vertreten und durften ihre KünstlerInnen repräsentieren.

Was die LISTE so besonders macht? Seit 1996 werden hier neue Galerien mit mehrheitlich jungen, noch wenig bekannten KünstlerInnen gefördert. Werke von den großen Namen, wie z.B. Koons, Sherman oder Kapoor, sucht man vergeblich. Wer die zukünftigen Uprising-Stars der Kunstszene sucht, ist hier goldrichtig. Für mich persönlich ist der Besuch der LISTE immer wesentlich entspannter und spannender als die Messehalle der ArtBasel. Allein die Location, das Sud Sudhaus Warteck, macht schon einiges her. Wer schon mal oben an der Turmbar war, oder die viele versteckten Gänge entdeckt hat, weiß, wovon ich spreche.

Im Folgenden findet ihr meine persönlichen Highlights aka Kunst, die ich sofort kaufen würde.

Hiwa K, LISTE 2016, fancyandpants highlights

art show.

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Hiwa K, Tonight the film will be broadcast in color, 2015.

Hiwa Ks Videoinstallation erinnerte mich ein bisschen an Nam Jun Paiks, Fish Flies on Sky, 1983-85. Ich kann mir nicht so recht erklären, wieso ich diese Installation so mag. Aber ich schätze, es ist die simple Art, wie Hiwa K mit Farbe und Bewegtbild umgeht. Kurze Videosequenzen werden hier durch einfache Farbfolien verändert oder gar erst durch die Farbfolien erschaffen.

ESTEFANÍA PEÑAFIEL LOAIZA, THE TRUE DIMENSION OF THINGS – Nº 2, 2011. LISTE 2016, fancyandpants highlights

ESTEFANÍA PEÑAFIEL LOAIZA, THE TRUE DIMENSION OF THINGS – Nº 2, 2011. LISTE 2016, fancyandpants highlights

Estefanía Peñafiel Loaiza, the true dimension of things – nº 2, 2011.

Um „The true dimension“ zu mögen und zu verstehen, muss man sich länger als eine Minute mit der Serie beschäftigen. Ich war sofort angetan, da die Werke etwas Leichtes und Subtiles an sich haben. Meine Begleitung konnte zunächst nichts damit anfangen, bis sie eben verstanden hat, auf welcher Dimension (haha!) Loaiza da arbeitet. Besonders angetan hat es mir N°2 aus der Serie. Hier wurden zwei Nägel an den Spitzen zusammen geklebt/gelötet und auf einem Spiegel appliziert. Je nach Blickwinkel scheinen die Nägel in oder über einem schwarzen Metallrahmen zu schweben. Wirklich großartig!

#corneliabates #limoncellogallery #basel #painting #listeartfair2016 #listebasel2016

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Cornelia Baltes

Gezeigt wurden eine Vielzahl an Arbeiten von Cornelia Baltes. Und ich mochte sie alle. Deshalb nenne ich hier keinen expliziten Titel.
Ihre Arbeiten sind farbenfroh und abstrakt, greifen und nehmen teilweise den Raum ein. Dass ich sie nicht vorher schon entdeckt habe (da gebürtige Mönchengladbacherin), ärgert mich fast schon ein bisschen. Nach der LISTE habe ich mir weitere Arbeiten von ihr angeschaut und kann wirklich keine finden, die ich nicht mag.

Henning Strassburger, Superet Light, LISTE 2016, fancyandpants highlights
Henning Strassburger, Superet Light, 2016.

Wer mit Neonlicht arbeitet, hat bei mir eh schon gewonnen. Als mir „Superet Light“ entgegen strahlte, dachte ich „Woah! Nice!“ In Kombination mit weiteren Werken aus der „Road Trip Series“ wirkte die Neonschrift erst recht vollkommen.

MARLON DE AZAMBUJA, LISTE 2016, fancyandpants

MARLON DE AZAMBUJA, LISTE 2016, fancyandpants

Marlon de Azambuja, Becher serie (Water towers), 2015.

Na? Wer erkennt sie wieder? Richtig, es sind Bernd & Hilla-Becher-Fotografien in ihrer typischen Hängung. Allerdings sind es nicht die Originale, sondern überarbeitete Versionen von Marlon de Azambuja. Die markanten Gebäude wurden ausgeschwärzt und ihre wichtigsten Konturen nachgraviert bzw. nachgeritzt (kann man leider auf den Fotos nicht erkennen).

© Mahmoud Khaled

© Mahmoud Khaled

Mahmoud Khaled, Do You Have Work Tomorrow, 2013.

32 Screenshots von (gestellten) iMessage Konversationen, die als Schwarz-Weiß-Photographien entwickelt wurden. Höchst unterhaltsam zu lesen, gehen sie einem doch irgendwie nah. Man kennt schließlich ähnliche banale Gespräche.

Nicola Gobetto, LISTE 2016

© Nicola Gobetto

Nicola Gobetto, “You can fix it if it’s broken, but you can still see the crack (Dioniso)”, 2016.

Manchmal muss auch alte Kunst gefixt werden. Nicola Gobetto tut dies auf eine sehr humorvolle Art. Auf seinem Tumblr-Blog kann man die komplette Serie begutachten und ein bisschen über seine Art der Restauration lachen.

Satoshi Hashimoto, Rope Doorway, LISTE 2016, fancyandpants
Satoshi Hashimoto, A Rope in a doorway, 2016.

Und dann hing da einfach ein Seil zwischen den Türzargen. Oben mittig befestigt, hängt es da einfach. Im Raum sitzt der Galerist von weiteren Kunstwerken umgeben. Draußen stehen etwa zehn Menschen, schauen rein und trauen sich nicht, den Raum zu betreten. Daneben stand ich und beobachtete das ganze Szenario. Nach einigen Minuten traute sich nach wie vor keiner rein, alle standen bloß da – mit einem großen Fragezeichen im Gesicht. Als sich nach fünf Minuten immer noch keiner einen Ruck geben wollte, schob ich das Seil zur Seite, betrat den Raum und begrüßte den Galeristen. Plötzlich stürmten alle hinterher und der Galerist lachte nur.
Es ist witzig zu sehen, wie viel Ehrfurcht Menschen vor einem simplen Objekt haben, welches sie gewöhnlich ohne weitere Emotionen in die Ecke schmeißen würden. Plötzlich ist es fremd, nur weil es nun Kunstwerk ist bzw. sein könnte. Kunst, die so sehr mit der menschlichen Psyche spielt, fasziniert mich sehr. Besonders bei diesem Werk beginnt man wieder zu hinterfragen „Was ist Kunst? Und was macht etwas zu Kunst?“. Eine Antwort darauf zu finden ist utopisch. Dennoch begleitet sie einen immer wieder als Kunstinteressierten – besonders auf Messen.

Tobias Kaspar, Silberkuppe

© Silberkuppe

© Silberkuppe

Tobias Kaspar, untitled, 2016.

Ich stand geschätzt eine Viertelstunde vor den Bildern von Tobias Kaspar und kam nicht mehr aus dem Staunen raus. Erst recht, als der Galerist mir den Tipp gab, das Bild mit Blitz zu fotografieren. Dabei scheinen die Werke so simpel in der Erschaffung zu sein: Mit Laser gravierter High-Tech Stoff auf Leinwand gezogen. Supermega artcrush!

CHARBEL-JOSEPH H. BOUTROS, MEASURING ITS OWN REFLECTIONS, 2013. LISTE 2016, fancyandpants highlights
Charbel-joseph H. Boutros, Measuring its own reflections, 2013.

LISTE 2016 fancyandpants highlights

Charbel-joseph H. Boutros, Inside Sculpture, 2007.

Von Charbel-joseph H Boutros Werken bin ich durch und durch begeistert. Ähnlich wie Loaiza arbeitet er mit dem Illusionistischen und bringt das Unsichtbare sowie die Metaebene zum Vorschein. Fettes #HACH.

 

1 Kommentare

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